Das Thema Maulkorb hat, wo es auch aufkommt, das Potential die Welt der Hundemenschen immer wieder in zwei Lager zu spalten, die sich dann zumeist beinahe zähnefletschend, zumindest aber kopfschüttelnd gegenüberstehen. Gerade im Zughundesport sorgt die Frage nach Zulassung oder Verbot von Maulkörben bei Rennen in letzter Zeit immer wieder für Diskussionen. Noch bis vor Kurzem völlig unüblich in unserem Sport, sieht man heute immer öfter Hunde mit Maulkorb auf dem Trail. Unsere Antwort auf die Frage danach, ob Maulkörbe bei unseren Rennen erlaubt sind, ist ein ganz klares - JEIN!


Und zwar aus folgendem Grund:

Maulkorb ist nicht gleich Maulkorb!

Was bedeutet das?

Maulkörbe gibt es in den unterschiedlichsten Ausführungen und aus verschiedenen Materialien. Es gibt Maulkörbe aus Plastik, Metall, Biothane, Leder und Nylon. Sie können vorne geschlossen, oder aber auch offen sein, mit mehr oder weniger Riemen versehen. Wie ein Maulkorb beschaffen ist, hängt in erster Linie davon ab, wofür er entworfen wurde.
Nicht jedes Modell ist für den Einsatz im Zughundesport geeignet. Die Anforderungen an einen Maulkorb für den Einsatz bei einem Rennen sind zwar nicht grundlegend verschieden von denen beim Schutzhundesport, beim Fahren in öffentlichen Verkehrsmitteln, beim Spazieren im Freilauf oder beim Tierarzt, ABER doch speziell. Während der Maulkorb eines Diensthundes in erster Linie stabil sein muss, soll er beim Freilaufen vielleicht vor allem den Halter gesetzlich entlasten und darüber hinaus verhindern, dass der Hund etwas vom Boden aufnimmt und beim Tierarzt steht dafür die Sicherheit des Personals an oberster Stelle.

 

Was sind nun aber die Anforderungen an einen Maulkorb, der bei einem Rennen zum Einsatz kommen soll?

Da die Hunde während eines Rennens körperliche Schwerstarbeit leisten, darf ein Maulkorb sie dabei in keinster Weise behindern. Er muss dem Hund also in erster Linie erlauben überschüssige Körperwärme durch das Hecheln mit weit geöffnetem Fang abzugeben. Da ein Hund kaum Schweißdrüsen besitzt, ist das Hecheln seine einzige Möglichkeit seinen Körper , insbesondere seinen Kopf, effektiv vor einer lebensgefährlichen Überhitzung zu schützen. Der Maulkorb muss also nicht nur tief genug sein, um dem Hund das Öffnen des Fangs zu gewähren, sondern er muss auch ausreichend luftdurchlässig sein und darf nicht vorne an der Hundenase anstehen. Ein Maulkorb, der den Hund bei der Atmung behindert, kann während eines Rennens zu einer ernsthaften Gefahr für den Hund werden und ist aus diesem Grund grundsätzlich abzulehnen.

Während ein Hund seinen Kopf im Trab noch relativ stabil auf einer Höhe halten kann, bewegt sich sein Kopf im Galopp unweigerlich ein gutes Stück auf und ab. Diesen Bewegungen muss ein Maulkorb folgen können, ohne dass es für den Hund unangenehm wird. Ein hin und her und auf und ab schlackernder Maulkorb mit vielen Berührungspunkten an der Schnauze, kann vom Hund leicht als störend empfunden werden und ihn auch in seiner Sicht behindern. Das Material soll leicht und steif sein, damit es den Fang möglichst nicht berührt und nur auf den Backen sitzt. Letztendlich soll der Maulkorb im Rennen auch zuverlässig verhindern, dass der Hund einen anderen Hund oder Menschen mit seinen Zähnen verletzt. Diese ursprüngliche und eigentliche Anforderung an einen Maulkorb, kann nur ein stabiles und unnachgiebiges Material erfüllen. Bei einem weichen Leder- oder Biothanemaulkorb besteht die Gefahr, wenn er genügend tief ist, dass der Hund bei einem echten Angriff und Beiss-Versuch den weichen Maulkorb quasi „einatmet“ und mit dem Maulkorb beissen kann. Mit einem steifen, wenn auch nicht allzu massiven Maulkorb, wird das Greifen zuverlässig verhindert. Hier ist jedoch zu beachten, dass ein leichter Maulkorb niemals einen so starken Beiss-Schutz bieten kann wie ein Schutzhundemaulkorb. Er verhindert aber jedenfalls den ersten Angriff und ermöglicht es den Hundeführern sofort einzugreifen, wenn sich zwei Hunde in die Haare geraten, ohne Gefahr selbst gebissen zu werden.


Die Anforderungen an einen Maulkorb für den Einsatz bei Zughundesportrennen ist demnach gleichzusetzen mit denen bei einem Windhunderennen oder beim Coursing. Hier sind aus tierschutzrechtlichen und sicherheitstechnischen Gründen deshalb auch nur spezielle Maulkorbvarianten zugelassen. Diese speziellen Windhund- bzw. Rennmaulkörbe zeichnen sich dadurch aus, dass sie alle oben genannten Anforderungen bestmöglich erfüllen.

 

 

Vor der Nase 1-2 cm Luft in Ruhelage

 

 

 

 

Der Maulkorb soll den Fang seitlich nicht berühren und die Tasthaare nicht knicken.

Der Maulkorb erhält seinen Halt durch die seitlichen Bügel auf den Backen.

 

 

 

Korrekter Sitz, wenn der Hund voll hechelt

 

 

 

 

Korrekter Sitz, wenn der Hund voll hechelt

 

 

 

 

Korrekter Sitz, wenn der Hund voll hechelt

 

 

 

 

Wenn der Hund noch nicht voll hechelt, kann der Maulkorb zurück/nach oben wippen, dies stört einen Hund nicht, solange er genügend Sicht hat

 

Für die Ermittlung der nötigen Tiefe des Rennmaulkorbes gilt: Je länger der Fang, desto tiefer muss auch der Maulkorb sein:

 

Als Regel kann man rechnen Tiefe = 1,5 x Fanglänge

   

Langer Fang

Kurzer Fang

 


Was heißt das nun im Klartext für die Teilnehmerinnen und Teilnehmer bei unseren Rennen?

Der Vorstand des Vereins Racedogs Austria hat sich dazu entschieden, Maulkörbe bei seinen Rennen zuzulassen, sofern es sich dabei um Modelle handelt, die auch bei Windhunderennen und im Coursingsport zum Einsatz kommen, bzw. alle oben genannten Anforderung erfüllen. Alle anderen Maulkorbvarianten sind ausdrücklich verboten. Bei Fragen zu passenden Marken bzw. Modellen stehen wir euch gerne mit Rat und Tat zur Seite!

Wir bedanken uns bei Frau Mag. Michaela Peterseil von Sofahund.at für die Zurverfügungstellung von Bild- und Textmaterial!

Keep on running!
Euer Vorstand

Kontakt

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Neben dem – bereits weit über die Grenzen Österreichs hinaus bekannten – Triathlonbewerb „Irondog“ organisiert „Racedogs Austria“ auch Canicross-, Bikejöring- und Dogtrekkingrennen. Trainingslager und Seminare zu verschiedenen relevanten Themen runden das Angebot unseres Vereins ab.