Es ist Mai. Die Tage sind wieder länger, die Sonne gewinnt täglich an Kraft und irgendwann ist auch der hartnäckigste Winter endgültig abgeschüttelt. Die Rennsaison 2016/17 ist für die meisten beendet. Die steigenden Temperaturen machen zunehmend Lust darauf, die gefütterten Hosen und Jacken durch Shorts und luftigere Oberteile zu ersetzen und auch unsere Hunde wechseln nun wieder merklich ihre Garderobe. Es haart - wohin man auch fasst. Eigentlich wäre man ja angesichts der aufkommenden Sommerlaune schon sehr geneigt, sich nach den anstrengenden letzten Monaten eine Pause zu gönnen, mal so richtig zu faulenzen und die Geschirre und Zugleinen gegen einen kühlen Drink und eine Gartenliege einzutauschen. Wäre da nicht diese Stimme irgendwo ganz tief drin in unseren Köpfen, die uns mit Nachdruck flüstert: "Nach der Saison- ist vor der Saison!" Und die Saison 2017/18 hat es definitiv in sich!!

Das 2 tägige Trainingscamp der Racedogs fand heuer bereits zum 3. Mal statt. Von 6.5 - 7.5 wimmelte es vor den Toren des Vereinshauptquartiers in Hörmanns bei Litschau nur so vor begeisterten Sportlerinnen und Sportlern und ihren Vierbeinern, die zum Teil sogar aus Deutschland angereist waren, um an diesem Wochenende von und mit Gleichgesinnten zu lernen. Insgesamt zählte die Veranstaltung an die 25 Teilnehmerinnen und Teilnehmer, die noch einmal von etwa der selben Anzahl an Familienmitgliedern und Freunden begleitet wurden. Im Gepäck - etwas mehr als 50 Hunde, denen offenbar noch niemand gesagt hatte, dass die Saison bereits zu Ende ist, denn ihre Motivation und ihr Wille zu arbeiten waren nach wie vor ungebremst.

In alter Tradition wurden die teilnehmenden Teams dazu eingeladen, bereits Freitagabend ihre Zelte auf der großen Wiese vor dem Racedogs Kennel aufzuschlagen und sich bei Kotelett und Lagerfeuer gebührlich auf das anstehende Wochenende einzustimmen. Bei diesen Gelegenheiten könnte man den Eindruck bekommen unser Obmann Mario, käme nur deshalb so gerne zu unseren Veranstaltungen, weil ihm hier die Möglichkeit geboten wird, für eine hungrige Meute auf ganz urtümliche Art und Weise, über offenem Feuer, zu kochen und sich an spannenden Gewürzmischungen für diverse Fleischsorten auszuprobieren. Wer also noch wach war, kam in den Genuss erstklassigen Grillguts. Nunja, gut Ding braucht eben Weile, würde er sagen.

Am Samstag um 8°° ging schließlich das Sportprogramm los, für das die Leute ja letztendlich (auch) gekommen waren. Da die Temperaturen frühmorgens für die Hunde noch gut zu managen waren, fand nach einer kurzen Begrüßung das Training mit den Vierbeinern statt. Um auf alle Teams möglichst individuell eingehen zu können, wurden Gruppen gebildet. Während Petra Bergauer mit den fortgeschrittenen Läufern zur ersten Waldrunde aufbrach, blieben Tamara Mühlehner und Christian Hermann mit den Anfängern vorerst noch im Lager, um die Ausrüstung für Mensch und Hund zu überprüfen und gegebenenfalls anzupassen. Nach einigen grundlegenden theoretischen Inputs zum Thema Zughundesport und insbesondere dem Laufen mit Hund, schnappte sich Christian die Anfänger für ein erstes kurzes Intervalltraining. Tamara hingegen sattelte ihren Drahtesel und bog mit den routinierten Bike- und Scooterfahrern ebenfalls in Richtung Trainingsstrecke ab. Nachdem alle Teams gegen 11°° wieder wohlbehalten im Camp angekommen waren, war es Zeit für eine Lauftechnik-Einheit mit Christian, die Anfänger und Fortgeschrittene gleichermaßen forderte. Weil die richtige Technik und ein gesunder Laufstil nicht nur Verletzungen und Schäden durch falsche Belastung vorbeugen können, sondern das Laufen auch ökonomischer und damit schneller machen, lag uns dieser Programmpunkt für unsere Canicrosser besonders am Herzen.
Auf diesen ersten anstrengenden Block folgte die verdiente Mittagspause. Verköstigt wurden wir an diesem Tag von Brunos Bierinsel, die wir bei unseren Veranstaltungen nicht mehr missen wollen.
Am Nachmittag ging es höchst informativ und sportlich weiter. Unsere Gasttrainerin Anita Molcik hielt heuer zum 2. Mal ihr bereits wieder mit Spannung erwartetes Bike-Technik-Training ab. Während ihres Vortrags behandelte sie wichtige Fragestellungen wie: Fully oder Hardtail? 27,5 oder 29 Zoll? Wie breit soll mein Reifen sein? Und so ganz nebenbei lernten unsere Teilnehmerinnen und Teilnehmer auch noch wie man einen Reifen wechselt und welches Werkzeug man als Bikejörer immer dabei haben sollte. Im Anschluss an die Theorie durften alle Bikerinnen und Biker ihre Geschicklichkeit und ihr Gleichgewicht an diversen Hindernissen auf die Probe stellen. Enge Kurven fahren will schließlich gelernt sein und ein Schatten ist in der Gruppe oft leichter übersprungen als alleine auf dem Trail.
Für all jene Teilnehmerinnen und Teilnehmer, die an diesem Tag vom Laufen noch nicht genug hatten, bestand alternativ zum Biken die Möglichkeit am zeitgleich stattfindenden Herrenseelauf in Litschau teilzunehmen. So musste sich an diesem Tag bestimmt niemand langweilen. 
Nach dem Abendessen, als die Müdigkeit dem einen oder anderen bereits deutlich ins Gesicht geschrieben stand, schaffte es Bärbel Kraft-Schulze mit ihrem sowohl höchst informativen, als auch herrlich amüsanten Vortrag über das Lernverhalten und die nonverbale Kommunikation von Hunden, auch den erschöpftesten Geist noch ein wenig bei der Stange zu halten. 
Wie es für unsere Veranstaltungen mittlerweile typisch ist, ließen wir auch diesen langen und ereignisreichen Tag in vollendeter Gemütlichkeit ausklingen. Ein großes Lagerfeuer - eine Gitarre - und den einen oder anderen talentierten Sänger - Herz was willst du mehr?

Das Programm startete auch am Sonntag wieder mit einem 3 stündigen Zeitfenster zum freien Training der Hunde. Die Motivation das am Vortag Erlernte gleich umzusetzen war groß. Als die Hunde nach beendetem Training wieder versorgt und der erste Schweiß von der Stirn gewischt war, ging es mit Anita ans Eingemachte. Die Ausfahrt ins Gelände, bei der es nicht nur über Stock und Stein sondern auch ordentlich bergab ging, verlangte von den Teilnehmerinnen und Teilnehmern neben einer Menge Mut vor allem auch Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten. Umso schöner, wenn dann alles gut geht und man mit stolz sagen kann: "Ich hab's geschafft!"

Zum Abschluss durften wir alle noch einem Vortrag von Reinhard Monschein lauschen, der uns mit seinen lebhaften Erzählungen ein Stück weit in die Welt des Schlittenhundesports und damit der großen Teams entführte, die, so fremd sie uns auch manchmal erscheint, doch immer die Wurzel und der Ursprung unseres Sports bleiben wird. Fragen wie: Wie füttert man eigentlich so einen Schlittenhund? Wann trainiert man am besten - und wie? Worauf muss ich bei der Ausrüstung achten und was zum Teufel ist eigentlich eine Geschirrzeit?, beantwortete unser Sportwart bereitwillig und wie immer, wenn er sich erst einmal in Fahrt geredet hat, hätte es für ihn an diesem Sonntag sicher noch so viel mehr interessantes zu erzählen gegeben...

Der Vorstand des Vereins Racedogs Austria bedankt sich bei allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern und wünscht eine erholsame Sommerpause!!! Aber nicht vergessen - der nächste Herbst kommt bestimmt!

 

Vielen Dank an Markus Schulz von der Wiener Lichtbildmanufaktur für die traumhaften Fotos!

Hier könnt ihr euch die restlichen Fotos ansehen: Racedogs Trainingscamp 2017

V
ielen Dank auch an "konefilm visionair studios" für diesen spektakulären Zusammenschnitt des Bike-Technik-Training mit Anita Molcik

Kontakt

"Racedogs Austria" - UNION
Zughundesportverein Waldviertel

Impressum

Angaben gemäß § 5 TMG

Racedogs Austria Union
Zughundesport Waldviertel

Reingers 60
3863 Reingers
Austria

Email: racedogs(at)racedogs-austria.com
Website: www.racedogs-austria.com

Registergericht
Bezirkshauptmannschaft Gmünd
ZVR-Zahl: 253367646

Was wir machen

Neben dem – bereits weit über die Grenzen Österreichs hinaus bekannten – Triathlonbewerb „Irondog“ organisiert „Racedogs Austria“ auch Canicross-, Bikejöring- und Dogtrekkingrennen. Trainingslager und Seminare zu verschiedenen relevanten Themen runden das Angebot unseres Vereins ab.